Viele Schadstoffe kann man weder sehen, riechen noch schmecken. Dennoch sind sie häufig vorhanden und belasten unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Die Folgen können Mattigkeit, Unwohlsein, Allergien oder auch Krankheiten sein. Deshalb ist es wichtig zu wissen, ob und in welchem Maß das persönliche Umfeld damit belastet ist. Wasser enthält eine Vielzahl verschiedener, meist anorganischer Verbindungen. Diese haben auf unterschiedlichen Gebieten eine Bedeutung. Manche sind nur wichtig für Kaffee- oder Spülmaschinen, andere können die Gesundheit beeinflussen. Deshalb werden für die meisten Substanzen im Wasser Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung festgelegt.
Man kann viele Wasserarten wie Trink-, Brunnen-, Regen-, Aquarien- oder Schwimmbadwasser einer ganzen Reihe von Tests unterziehen, um die Qualität zu beurteilen. Dazu gehören z.B. die Wasserhärte, der pH-Wert, Schwermetalle wie z.B. Kupfer, Blei, Nickel, Eisen oder Stickstoffverbindungen wie Nitrit, Nitrat und Ammonium. Häufig liefern auch schon Färbung, Trübung und Geruch erste Anhaltspunkte für Qualitätsmängel.
Wasser ist nicht gleich Wasser, auch wenn es farb- und geruchlos ist. Wir informieren Sie über sinnvolle Wasseruntersuchungen, die für die Gesundheit und Umwelt von Bedeutung sind.
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Unsere Tests:
Im folgenden finden Sie die einzelnen Parameter, in Bezug auf die gesundheitliche Bedeutung und Gebrauchs- und Nutzungseigenschaften näher erläutert!
Die Gesamtwasserhärte ist ein Maß für den Gehalt an gelöstem Calcium- und Magnesiumverbindungen und wird im allgemeinen auch als "Kalkgehalt" bezeichnet. Die Härte eines Wassers bestimmt maßgeblich seine Eigenschaften, die für die jeweilige Nutzung von Bedeutung sind.
Sehr hartes Wasser führt in Rohrleitungen beim Erwärmen zu Steinablagerungen und Verkrustungen. Dies wirkt sich ungünstig auf Kaffee-, Wasch-, Spülmaschinen, Durchlauferhitzer und Heizungsrohre aus. In Wasch- und Spülmaschinen verkalken nicht nur die Heizstäbe, die Wasserhärte beeinflusst auch ihre Reinigungsleistung. Kalk bindet Seife bzw. Waschmittel und blockiert so deren Wirkung. Wer weiß, wie hart das im Haushalt verwendete Wasser ist, kann Reinigungsmittel optimal dosieren. Auf jeder Verpackung sind entsprechende Dosierangaben für vier Härtebereiche gemäß Waschmittelgesetz zu finden. Das schont sowohl den Geldbeutel, als auch unsere Umwelt.
Wer Probleme mit seiner Haut hat, sollte einmal die Wasserhärte überprüfen. Denn empfindliche Haut kann auf ständig hartes Wasser mit Pickel- und Pustelbildung reagieren.
Sehr weiches Wasser ist für manche Speisen von Vorteil. Mit weichem Wasser kocht man Tee klarer, Kaffee aromareicher, Brokkoli bleibt dunkler, Möhren bleiben knackiger und die Garzeiten verkürzen sich. Aber nicht nur sehr hartes Wasser kann sich ungünstig auswirken, auch zu weiches Wasser ist nicht wünschenswert.
Aus gesundheitlicher Sicht sollten wir mit dem Wasser Calcium und Magnesium zu uns nehmen. So ist auch eine Enthärtung unter 8,4 °dH verboten. In Gegenden mit sehr weichem Wasser findet man häufiger schlechte Zahnbeschaffenheit und Herzgefäßerkrankungen. Sehr weiches Wasser kann wegen der unzureichenden Bildung einer Kalk-Rost-Schutzschicht in den Rohrleitungen zum Auftreten von Korrosionsprodukten des Eisens (braunes Wasser) führen. Außerdem ist zu bedenken, dass ein zu weiches Wasser insbesondere mit Kohlensäure und einem zu niedrigen pH-Wert das Lösen von giftigen Schwermetall-Ionen und Metallverbindungen wie z.B. Kupfer oder Blei aus alten Hausinstallationen mit Bleirohren sowie Cadmium aus verzinkten Stahlrohren begünstigt.
Für die Fischhaltung ist weiches Wasser ebenfalls ungeeignet. Hartes Wasser hat ein hohes Säurebindungsvermögen und verhindert so die übermäßige Bildung von freier Kohlensäure, die für Fische bereits bei 20-30 mg CO2/ l tödlich ist. Der Richtwert für Fischgewässer liegt bei 12-13 °dH. Auch eine Aufhärtung durch Verdunstung in Aquarien ist möglich.
Der pH-Wert gibt an, ob eine Flüssigkeit sauer (0-7), neutral (7) oder alkalisch (7-14) ist. Der pH-Wert des Wassers hat große Bedeutung und wirkt sich insbesondere auf Wasserleitungen, Pflanzen, Fische, unsere Haut und in Schwimmbädern aus. Die Trinkwasserverordnung legt daher Grenz- und Richtwerte fest. Wasser mit niedrigem pH-Wert, also unter 7, greift Oberflächen an und setzt dadurch lösliche Schwermetallverbindungen aus dem Flusssediment, dem Uferbereich oder auch aus Rohrleitungen frei. Diese Schwermetallverbindungen werden dann von Tieren und Pflanzen aufgenommen oder können auch direkt ins Trinkwasser gelangen. Liegt der pH-Wert unter 6,5 korrodiert z.B. in Abwasserkanälen Beton oder Astbestzement, aus dem auch heute noch ca. 10% des deutschen Leitungssystems bestehen. Im Trinkwasser bei pH-Werten unter 6,8 ist die Korrosion insbesondere verzinkten Stahls, aber auch von Kupfer möglich.
Unsere Haut hat einen natürlichen Säureschutzmantel mit einem pH-Wert von 5-6, der die Bildung schädlicher Bakterien und Pilze verhindert. Kosmetika, insbesondere alkalische Seifen oder auch saures und alkalisches Wasser können den pH-Wert verschieben und damit die Schutzwirkung zerstören. Normale Haut kann dies innerhalb kurzer Zeit wieder rückgängig machen, empfindliche Haut jedoch wird gereizt und quillt auf.
Für Fische ist ein optimaler pH-Bereich des Teich- oder Aquarienwasser lebenswichtig. Auf der einen Seite löst saures Wasser Schadstoffe aus Flussbett und Ufer, auf der anderen Seite wird das chemische Gleichgewicht zwischen Ammonium-Ionen und dem stark fischgiftigen Ammoniak verschoben. Für Fischwasser, auch in Aquarien gilt der pH-Bereich von 6-9 als Richtwert.
Falls zur Pflanzenbewässerung im Garten Regenwasser gesammelt wird, sollte auch hier der pH-Wert ab und zu kontrolliert werden. Regenwasser ist sehr weiches Wasser und hat nur eine geringe Pufferwirkung. Schon geringe Anteile von Schwefel- oder Salpetersäure, die sich durch Schadstoffemission bilden und mit abgeregnet werden (bekannt auch als saurer Regen), können den pH-Wert ganz erheblich senken. In Deutschland sind schon pH-Spitzenwerte von 3 gemessen worden. Diese Säuren im Regen greifen nicht nur Beton- und Mauerwerk an, sondern schädigen auch die Pflanzen. Die schützende Wachsschicht der Blätter oder die Baumrinde wird verätzt. Noch folgenschwerer wirkt sich der saure Regen im Boden selbst aus. Das biologische Gleichgewicht im System von Pflanzen und Mikroorganismen wird gestört, giftige Schwermetalle gelöst, die von den Pflanzen aufgenommen werden, ihre Wurzeln schädigen oder auch ins Grundwasser gelangen. Das Wasser für die Pflanzenbewässerung sollte also nicht zu sauer sein, um eine "Bodenversauerung" und einen Ertragsrückgang zu vermeiden.
Auch in Schwimmbädern ist eine pH-Kontrolle wichtig, da es durch Desinfektionsmittel z.B. auch zu pH-Wert Verschiebungen kommen kann. Es gelten Richtwerte: pH 6-9 in Badeseen und 6,5-8 in Schwimmbecken.
Auf dem Weg vom Wasserwerk zu Ihrem Wasserhahn fließt das Trinkwasser in Zement- und Kunststoffrohren. Schließlich gelangt es durch die Wasseruhr in die Hausinstallation. An dieser Stelle enden die Einflussmöglichkeiten des Wasserwerkes und nicht selten beginnt hier die Verschlechterung der Wasserqualität. Früher wurden für die Hausinstallation verzinkte Eisenrohre und Bleirohre verwandt. Heute sind es in erster Linie Kupferrohre und in geringem Maße Kunststoff- sowie Edelstahlrohre. Beim Durchspülen der Hausinstallation mit Trinkwassers kann es zu einer Aufnahme von Eisen, Zink, Kupfer, Blei oder Cadmium kommen. Armaturen und Heißwassergeräte können ebenfalls die Ursache für Schwermetallbelastungen im Trinkwasser sein. Daher ist es möglich, dass am Wasserhahn Schwermetalle in nicht akzeptabler Konzentration messbar sind, obwohl das Leitungswasser in guter Qualität das Haus erreicht. Hinzu kommen weitere Einflussfaktoren, denn je nach Zusammensetzung des Wassers (z.B. pH-Wert, Wasserhärte, Salzgehalt, Säurekapazität, Art und Konzentration von Phosphaten und Huminstoffen, Gehalt an Sauerstoff oder Nitrat etc.), kann das Lösen von Schwermetallen aus dem Rohrnetz noch begünstigt werden. Da sehr oft Kupfer- oder Bleirohre verlegt sind, teilweise auch verzinkte Rohre mit Cadmiumanteil, lösen sich aus den Rohren Ionen dieser Schwermetalle, die in höheren Konzentrationen toxisch sind. Dieser Fakt ist für den Verbraucher ein nicht kalkulierbares Risiko.
Vor allem Schwangere, Diabetiker oder Kleinkinder sollten Leitungswasser mit überhöhtem Blei-, Cadmium-, Kupfer- und Nitratkonzentrationen nicht als Trinkwasser und zur Zubereitung von Speisen verwenden, da sie ernsthafte Gesundheitsschädigungen bewirken können.
Eine bisher unterschätzte Ursache für die Zerstörung der Schutzschicht bei verzinkten Rohren stellt Nitrat dar. Bei Gehalten ab 30 mg/l Nitrat kann diese Schutzschicht bereits erheblich angegriffen werden. Solche Nitratwerte sind aufgrund der intensiven Landwirtschaft in vielen Bereichen zu finden. Hohe Nitratwerte sind auch wegen der möglichen Nitritbildung (krebsfördernd) ein Problem. (Siehe dazu auch Nitratgehalt.) Schließlich spielt auch der Zustand der Rohre selbst eine wichtige Rolle. Im Laufe der Zeit setzen beispielsweise Kupferrohre eine Schutzschicht an, die eine weitere Kupferabgabe minimiert. Diese Schutzschicht kann jedoch durch Trübstoffe im Wasser oder Reparaturen am Leitungsnetz wieder angegriffen werden.
Die folgende Übersicht zeigt Eigenschaften und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch toxische Schwermetalle:
| Schwer- metall | Eigenschaften und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen |
| Blei | Trinkwasser ab Wasserwerk enthält im Mittel 0,009 mg/l Blei. In einigen Gegenden können Gehalte bis zu 0,02 mg/l vorkommen. Im Standwasser können Konzentration bis zu 0,5 mg/l auftreten. In älteren Häusern kann das Leitungsnetz auch heute noch aus Bleirohren bestehen. Als gesundheitliche Störungen können bei zu hoher Bleibelastung neurologische Störungen und Blutbildveränderungen (Anämien) auftreten. Blei schädigt u.a. die Blutbildung, das zentrale und periphere Nervensystem sowie die Niere. Gerade für Kleinkinder bildet dieses Schwermetall eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Ab Gehalten von 0,01 mg/l sollte deshalb Wasser nicht mehr zur Zubereitung von Säuglings- und Kleinkindernahrung verwandt werden. |
| Cadmium | Schlecht gereinigtes Zink in verzinkten Rohren enthält größere Mengen an Cadmium, die in das Trinkwasser übergehen können. Mit dem Blut verteiltes Cadmium wird von der Leber aufgenommen. Bei der chronischen Exposition von Cadmium stehen Störungen der Niere im Vordergrund. Besondere Beachtung findet in der Literatur die sog. Itai-Itai-Erkrankung. (Stark mit Cadmium belastete Lebensmittel führten in den fünfziger Jahren in Japan zu schwerwiegenden Schädigungen, wie schmerzhafte Skelettveränderungen). Von einigen Toxikologen wird ein Zusammenhang zwischen Cadmium-Belastung und Bluthochdruck-Erkrankungen vermutet. |
| Eisen | Eisen kommt in der Natur in zwei verschiedenen Formen vor: Bei Abwesenheit von Sauerstoff gelöst in Form von Eisen (II). Durch Reaktion mit Luftsauerstoff entsteht daraus sehr schnell Eisen (III), was man als gelbbraune Eintrübung und schließlich als Ausfällung braunroter Flocken sehen kann. Sauerstoffhaltige Grund- und Oberflächenwasser enthalten nur geringe Mengen an gelöstem Eisen. Im Leitungswasser tritt Eisen dann auf, wenn Korrosionsvorgänge ablaufen. Das Wasser schmeckt dann unangenehm tintig-metallisch. Zu hohe Eisengehalte im Leitungswasser können zu Ablagerungen und Verschleimungen im Rohrnetz führen. Für Fische ist eisenhaltiges Wasser grundsätzlich nicht geeignet. Sie sterben bereits ab Konzentrationen von 1mg/ l Eisen durch Verockerung der Kiemen. |
| Kupfer | Die Beurteilung des Metalls wurde in den letzten Jahren gerade im Hinblick auf vorher nicht bekannte Wirkungen bei zu hohen Kupfergehalten bei Kleinkindern erheblich verschärft. Kupfergehalte ab 3 mg/l Trinkwasser stehen in dem Verdacht, bei ungestillten Säuglingen Leberzirrhose zu verursachen. Da besonders Säuglinge und Kleinkinder empfindlicher reagieren als Erwachsene sollten der empfohlene Richtwert eingehalten bzw. sogar unterschritten werden. Aufgrund des Leitungsnetzes im Haus können, je nach Wasserqualität, erhebliche Mengen an Kupfer in den ersten Jahren nach Neuinstallation in das Trinkwasser übergehen. Spitzenwerte bis zu 5 mg/l sind möglich. Zu hohe Kupferkonzentrationen im Trinkwasser können zu Magen-Darm-Störungen, Migräne und Leberschädigungen führen. Ein Kupfergehalt von über 1 mg/ l im Wasser führt zu Eintrübungen, metallischem Geschmack und zu verstärkter Korrosion, insbesondere von verzinkten Eisenwerkstoffen. Für Fische wirken schon Konzentrationen von über 0,1 mg/ l tödlich. |
| Nickel | Auch Nickel aus den Wasserhähnen kann im Wasser enthalten sein und führt bei empfindlichen Personen zu Allergien. |
| Zink | Zink wirkt erst in sehr hohen Konzentrationen toxisch. |
Nitrat
Nitrat kommt in allen Gewässern und vor allem in gedüngten Böden vor. Es wird nach der Aufnahme z.B. mit dem Trinkwasser sehr schnell über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden und ist selbst kaum gesundheitsschädlich. In Bade- und Fischgewässern wird der Nitratgehalt als Maß für den Verschmutzungsgrad herangezogen, da Nitrat Endprodukt bei der bakteriellen Zersetzung von Pflanzen und auch von tierischen wie menschlichen Ausscheidungsprodukten ist. In Gebieten mit intensiver landwirtschaftlicher Produktion und jahrelanger Stickstoffdüngung kann jedoch das Grundwasser sehr hohe Nitratkonzentrationen von bis zu 300 mg/ l aufweisen. Verschiedene Pflanzen können durch Überdüngung mit Stickstoff unnatürlich viel Nitrat in sich aufnehmen.
Dazu gehören z.B. Salat, Spinat, Radieschen und Rüben. Nitrat aus dem Trinkwasser oder aus Nahrungsmitteln kann sowohl außerhalb des Körpers als auch im Körper in giftige und gesundheitsschädliche Folgeprodukte umgewandelt werden. Das sind Nitrit und krebserregende Nitrosamine.
Nitrit
Nitrit kann bei Säuglingen mit Hämoglobin (Substanz des roten Blutfarbstoffes) reagieren, so dass kein Sauerstofftransport mehr möglich ist. Der Sauerstoffmangel im Blut kann zu einer "inneren Erstickung" (Blausucht) führen. Im Gegensatz zu Erwachsenen verfügen Säuglinge noch nicht über einen Schutzmechanismus, der Hämoglobin durch ein Enzym wieder umwandelt.
Außerdem fehlt dem Säugling Magensäure, so dass eine Umwandlung von Nitrat in gesundheitsschädliches Nitrit besonders gut möglich ist. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung schreibt die Trinkwasserverordnung daher den Grenzwert von maximal 10 mg Nitrat/ Liter Trinkwasser vor. Krebsgefahr besteht, wenn Nitrit im Magen-Darmtrakt unter bestimmten Bedingungen mit Aminen zu Nitrokaminen reagiert. Davon sind besonders Raucher betroffen, da ihr Speichel vermehrt Thiocyanate enthält, was die Nitrosaminbildung beschleunigt.
Ammonium
Ammonium kommt üblicherweise nicht in Trink- oder Grundwasser vor. Ein Auftreten dieser Verbindung ist ein wichtiger Hinweis für Einflüsse durch Abwasser und Deponiesickerwasser. Anhand des Ammoniumgehaltes können Aussagen zum Verschmutzungsgrad und zur Gewässergüte getroffen werden. Ammonium kann zum stark fischgiftigen Ammoniak reagieren. Da diese Umwandlung stark pH-Wert abhängig ist, sollten diese Parameter immer zusammen kontrolliert werden.