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Messungen - Blutgerinnungszeiten

Messung der Blutgerinnungszeit INR- und Quick-Werte)

1) Wer muss seine Blutgerinnungszeit kennen?

Blutgerinnungszeiten

Für Patienten die Medikamente zur Verlängerung der Blutgerinnungszeit (Handelsnamen: Falithrom, Marcumar, Phenpro, Marcuphen) erhalten, ist eine regelmäßige Kontrolle des INR- bzw. Quickwertes lebenswichtig.

Die Gerinnungsverlängerung hat eine große Bedeutung zur Vorbeugung von Infarkten oder zur Vermeidung von Thrombosen. Bei schweren Herzrhythmusstörungen, künstlichen oder geschädigten Herzklappen, nach Operationen oder bei Gefäßschäden kann es zu Störungen des Blutflusses kommen.

An ungünstigen Stellen, z.B. hinter der Operationsnarbe, an Gefäßeinengungen oder hinter den Herzklappen fließt das Blut besonders langsam und kann die Blutgerinnung einleiten. Die Gefahr besteht, dass sich Gerinnsel bilden, die ein Gefäß vollständig verschließen können.

Je nachdem, wo sich das Gerinnsel bildet, hat es einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie zur Folge. Es ist demnach für diese Patienten sehr nützlich, die Blutgerinnungszeit zu verlängern. Eine Erhöhung der Blutgerinnungszeit führt jedoch auf der anderen Seite zu einer verlängerten Blutungsdauer bei äußeren Wunden z.B. bei kleinen Verletzungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder winzigen Verletzungen durch die Aufnahme von Nahrung auf der Magen-Darmschleimhaut und bei Operationen.

Weiterhin besteht die Gefahr innerer Blutungen, die evtl. zu spät erkannt werden. Der Arzt entscheidet individuell, wie stark die Gerinnungszeit beeinflusst wird. Bei der Therapie handelt es sich um einen Balanceakt, damit es nicht zur Thrombose/ Infarkt oder zu inneren Blutungen kommt.

Blutgerinnungshemmende Medikamente müssen in der Regel ein Leben lang eingenommen werden. Bei optimaler Einstellung und regelmäßiger Kontrolle bedeutet dies jedoch keinen Verlust von Lebensqualität.

Die optimale Einstellung auf die individuell notwendige Arzneidosis kann nur ein spezialisierter Arzt vornehmen – die Kontrolle des Blutspiegels können wir für Sie übernehmen.

2) Die Gerinnungswerte sind niemals konstant, sondern unterliegen Veränderungen. Was beeinflusst die Blutgerinnungszeit?

Die Gerinnungswerte sind niemals konstant, sondern verändern sich u.a. durch folgende Einflüsse:

  • Zusätzliche Medikamente
  • Infekte, Fieber
  • Durchfall
  • Stress
  • Klimawechsel

3) Regelmäßige Kontrolle bringt Sicherheit! Wann sollte und wo kann die Blutgerinnungszeit bestimmt werden?

Um bei den Schwankungen nicht in gefährliche Bereiche zu kommen, sollte mindestens alle 7 bis 10 Tage, besser sogar alle 4 Tage, die Gerinnungszeit kontrolliert werden. Die regelmäßigen Kontrollen beim Arzt sind meist mit einem gewissen Aufwand verbunden und das Ergebnis liegt oft erst nach einem Tag vor. Zum Teil wird zur Untersuchung Blut aus den Venen genommen, was schmerzhaft ist und die Vene verletzt.

Durch die Kontrolle Ihres INR-Wertes in der Apotheke sind Sie ein Stück unabhängiger: Sie können in wenigen Minuten zuverlässig Ihren aktuellen INR-Wert bestimmen lassen mit nur einem Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Die regelmäßige Kontrolle senkt deutlich die Komplikationsrate.

Es gibt in Deutschland zur Zeit 35.000 Patienten, die ein INR-Messgerät zu Hause haben, um unabhängig messen zu können. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn der Patient vorher in einer Spezialeinrichtung geschult wurde. Wir helfen Ihnen gern, wenn Sie sich ein Heimgerät beschaffen wollen. Sie erhalten bei uns außerdem die Adressen von Schulungseinrichtungen. Voraussetzung für die kostenfreie Belieferung mit einem Testgerät ist ein Rezept Ihres Arztes. Die nötigen Beantragungen bei der Krankenkasse übernehmen wir.

4) Was versteht man unter INR- und Quick-Wert?

Das standardisierte und international übliche Maß für die Blutgerinnung ist der INR-Wert (International Normalized Ratio). Früher sprach man vom Quick-Wert, der jedoch einige Nachteile hat. Quick-Werte sind nicht vergleichbar. Je nach Art der Untersuchung erhält man unterschiedliche Quick-Werte. Es kann zu gefährlichen Abweichungen der Ergebnisse je nach Labormethode kommen.

Deshalb wird heute das standardisierte Messverfahren zur Bestimmung des INR-Wertes vorgezogen. Die gemessene Gerinnungszeit wird dabei im Verhältnis zur Gerinnungszeit eines Gesunden gesetzt.