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Messungen - Hanrsäuremessung

Früherkennung von Gicht durch Harnsäurebestimmung

Die Gicht ist eine "klassische" Krankheit, die schon im Altertum bekannt war. Sie ist in Zeiten der Not selten, in Zeiten des Wohlstandes häufig. Gegenwärtig sind ca. 10 % der Männer und 2 % aller Frauen betroffen. Heute lässt sich die Gicht mit Diät und Arzneimitteln praktisch in allen Fällen erfolgreich behandeln.

1) Was versteht man unter Gicht?

Unter Gicht versteht man eine Stoffwechselstörung, bei der vermehrt Harnsäure gebildet oder zu wenig Harnsäure ausgeschieden wird. Die mangelnde Ausscheidung ist mit über 98 % die häufigste Ursache der Gicht. Der erhöhte Harnsäurespiegel im Blut kann zur Bildung spitzer Kristalle führen, die sich in den Gelenken, Nieren und Harnwegen ablagern und wie Nadeln bei jeder Bewegung das umliegende Gewebe zerstören.

Dabei treten starke Schmerzen auf. Je höher der Harnsäurespiegel ist, desto wahrscheinlicher wird das Auftreten von Gichtanfällen. Typische Beschwerden sind plötzliche Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an den Gelenken (meist große Zehe) sowie schmerzhafte Koliken an Nieren und Harnwegen infolge von Harnsäuresteinen.

Der erste Gichtanfall beginnt plötzlich nachts aus voller Gesundheit, beschränkt sich am Anfang auf ein Gelenk, ist enorm schmerzhaft und zeigt eine intensive entzündliche Reaktion. Auslöser sind Verletzungen, "Festessen", Alkoholgelage, Infekte, Stress, totales Fasten und auch bestimmte Arzneimittel. Im späteren Verlauf können alle Gelenke befallen werden, ebenso Schleimbeutel und Sehnenscheiden.

Ohne eine Behandlung wiederholen sich die Gichtanfälle in immer kürzeren Abständen, sie werden heftiger und dauern länger.

2) Wird die Gicht nicht behandelt, kann es zu Folgeerkrankungen kommen!

Die Gicht ist eine chronische Krankheit, d.h., sie ist lebenslanger Begleiter des Patienten und sie ist gefährlich, weil sie schleichend zu Zerstörungen führt, die am Anfang nicht bemerkt werden und später nicht wieder reparierbar sind. So kann Bluthochdruck die Folge einer durch die Gicht geschädigten Niere sein (sogenannte "Gichtniere"). Weiterhin wird die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) beschleunigt.

Gefürchtet sind vor allem schwere Gelenkdeformationen und ein anfallsartiges akutes Nierenversagen. Selbst Geschwüre, besonders an den Ohren und den Gelenken (Gichtknoten), können als Folge der Gicht entstehen. Die Bildung von Nierensteinen beginnt oft bereits Jahre vor dem Befall der Gelenke. Nahezu jeder zweite Gichtkranke ist betroffen! Werden jedoch bereits im Anfangsstadium und vor allem regelmäßig Arzneimittel eingenommen und Diäthinweise eingehalten, lässt sich die Gicht mühelos beherrschen.

3) Wie funktioniert die Vorsorgeuntersuchung und wer sollte den Harnsäurewert regelmäßig überprüfen lassen?

Mit unserer Vorsorgeuntersuchung lässt sich der Harnsäurewert mit nur einem Tropfen Blut aus der Fingerkuppe in 30 Sekunden ermitteln. Bei erhöhten Werten besteht das akute Risiko einer chronischen Gichterkrankung. Nutzen Sie deshalb unsere Früherkennungsuntersuchung, denn eine daraus resultierende rechtzeitige Behandlung durch den Arzt kann Ihnen viele Schmerzen und Folgeerkrankungen ersparen. Wir empfehlen die Vorsorgeuntersuchung regelmäßig ab dem 30. Lebensjahr.

Bei der Einnahme der folgenden Arzneimittel müssen regelmäßig Blutuntersuchungen auf den Harnsäuregehalt durchgeführt werden: Nacom, Striaton, Madopar, Isicom, Pyrazinamid, EBM Fatol, außerdem blutdrucksenkende Tabletten, die mit wasseraustreibenden Stoffen kombiniert sind, den sogenannten Thiaziden: Accuzide, Acenorm HCT, Beloc Zok comp, Capozide, Captohexal comp, Capto Isis plus, Cibadrex, HCT, Lorzaar, Renacor, Triampur, Triniton und andere.

Patienten mit erhöhten Harnsäurewerten erhalten unseren Ratgeber "Gicht zerstört die Gelenke und die Nieren – was kann dagegen helfen?", mit wertvollen Tipps und Hinweisen zur richtigen Ernährung bei Gicht, welche Nahrungsmittel man meiden sollte, was man selbst unterstützend zur Therapie und zum Vermeiden von schmerzhaften Gichtanfällen tun kann.