Venenerkrankungen bzw. Krampfadern entstehen in der Regel allmählich, oft am Anfang unbemerkt. Wenn sich deutlich sichtbare Veränderungen gebildet haben oder entsprechende Beschwerden auftreten, ist eine vollständige Rückbildung der Venenerkrankung nicht mehr möglich.
Allerdings kann dann durch Arzneimittel, physikalische Behandlungen und Kompressionsstrümpfe (siehe dazu auch Anmessen von Kompressionsstrümpfen) dafür gesorgt werden, dass die Venenerkrankung nicht fortschreitet und immer größere Bereiche erfasst
. Das Aufhalten der Erkrankung ist bei Venenleiden schon ein großer Erfolg, da sonst die gefürchteten Komplikationen der Krampfadern auftreten können: Beingeschwüre und offene Beine, Thrombosen, Schmerzen, Wassereinlagerungen, massive Blutungen.
Zur Messung der Venenfunktion benutzen wir ein modernes Gerät, das computergestützt kontrolliert, wie schnell Venen nach einer Entleerung wieder mit Blut aufgefüllt werden. Die Messung ist einfach, schnell und zuverlässig. Bei gesunden Venenklappen kann Blut nur in Richtung zum Herzen transportiert werden. Die Venen werden durch das vom Herzen kommende arterielle Blut aufgefüllt. Wenn aber die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, fließt Blut zurück und staut sich im Gefäß.
Die Auffüllzeit der Venen ist dann kürzer, wobei sich auch entsprechend der Auffüllzeit der Schweregrad der Venenfunktionsstörung nachweisen lässt. Die Meßmethode beruht auf einem optischem Verfahren, nämlich auf einer Messung mit infrarotem Licht, das zwar für uns unsichtbar ist, aber gut die Haut und die Gefäße durchdringen kann.
Die Messung ist sogar durch Damenstrümpfe bzw. Kompressionsstrümpfe hindurch möglich. Die Bestimmung erfolgt im Sitzen. Ca. 10 cm über den Fußknöchel werden mit Hilfe eines Gummibandes die Messsonden auf der Haut befestigt. An beiden Beinen kann gleichzeitig gemessen werden. Nach dem Ertönen eines Signaltons müssen beide Füße im Takt 10 mal bewegt werden.
Dabei wird das Blut aus der Vene gedrückt. Anschließend beginnt die Messung der Auffüllzeit. Eine beginnende Venenerkrankung wird dadurch deutlich, dass an einem Bein eine deutlich andere Auffüllzeit gemessen wird als am anderen Bein.
Venenerkrankungen betreffen nämlich nie in gleichem Maße beide Beine. Wenn die Auffüllzeit unter 25 Sekunden liegt, wird eine schon verfestigte Venenstörung nachgewiesen. Schließlich gibt der Verlauf der vom Gerät aufgezeichneten Kurve auch einen Hinweis auf die Funktionsfähigkeit der Muskelpumpe: Es lässt sich zeigen, wie gut das Blut ausgepumpt wird.
Die Messung sollte bei normaler Hauttemperatur erfolgen. Sogenannte "Eisbeine" im Winter müssen zunächst im Warmen wieder klimatisiert werden. Ist man sehr verschwitzt oder schnell gelaufen, sollte vor der Messung eine Pause von 10 bis 15 Minuten eingelegt werden.
Eine Messung am Abend ist günstiger, da die Venen dann den täglichen Belastungen ausgesetzt waren. Salbenreste können die Messung stören, deshalb keine Salbe vor der Venenprüfung auftragen.